Der Begriff „Mantrailing“ setzt sich aus den englischen Wörtern „man“ (Mensch) und „trail“ (Spur) zusammen. Ursprünglich wurde diese Fähigkeit der Hunde vor allem im Rettungsdienst und bei der Polizeiarbeit genutzt. Mittlerweile hat sich Mantrailing jedoch zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung entwickelt, die Mensch und Hund gleichermassen fordert und fördert.
Beim Mantrailing bewegt sich der Hund in der Regel eine Schleppleine und trägt in der Regel ein Brustgeschirr . Der menschliche Begleiter folgt dem Hund und muss lernen, die Signale des Hundes richtig zu interpretieren und ihn bei seiner Suche zu unterstützen, ohne dabei zu stören.
Muskulär
Vor allem die Rumpfmuskulatur wird beansprucht. Der Hund muss seinen Körper kontinuierlich ausbalancieren, besonders wenn er auf unebenem Gelände oder in Kurven arbeitet. Die tiefe Rückenmuskulatur, die Bauchmuskulatur sowie die stabilisierende Schulter- und Beckenmuskulatur sind aktiv. Zudem werden je nach Untergrund die Beinmuskulatur und die propriozeptiven Fähigkeiten (Tiefensensibilität) gefordert.
Kardiovaskulär
Der Hund muss über längere Zeit konzentriert arbeiten, wobei sein Herz-Kreislauf-System kontinuierlich gefordert wird. Besonders bei sehr intensiven Suchphasen oder extremen Witterungsbedingungen kann es zu hohen kardiovaskulären Belastungsspitzen kommen.
Mental/Atmung
Die olfaktorische (geruchliche) Verarbeitung, die Konzentration auf den spezifischen Geruch trotz zahlreicher Ablenkungen und die Entscheidungsfindung bei der Spurverfolgung fordern das Gehirn deines Hundes. Hunde atmen beim Schnüffeln bis zu 300 Mal pro Minute, während sie in Ruhe nur etwa 30 Mal pro Minute atmen. Diese veränderte Atemfrequenz und -technik kann besonders bei brachyzephalen (kurzköpfigen) Rassen zu Überlastungen führen.
Aufwärmen
Wie bei jedem Sport ist ein adäquates Aufwärmen essenziell. In der Regel reicht ein kurzes Warm-Up. Ein paar Minuten locker gehen und traben. Sanfte Slalomläufe um deine Beine, über niedrige Hindernisse steigen und Mobilisation von Hals- und Brustwirbelsäule bereiten den Körper optimal auf die bevorstehende Belastung vor.
Ausrüstung
Ein für die individuelle Anatomie deines Hundes optimal angepasstes Geschirr. Achte darauf, dass das Brustgeschirr hinter dem Schulterblatt sitzt und die natürliche Vorwärtsbewegung nicht blockiert.
Fazit
Aus physiotherapeutischer Sicht bietet Mantrail – bei verantwortungsvoller Ausübung – ein hervorragendes ganzheitliches Training, das sowohl körperliche als auch mentale Aspekte fördert.
Für welche Hunde ist Mantrail geeignet?
Auch für Hunde mit körperlichem Handicap ist das Mantrailing eine hervorragende körperliche und geistige Auslastung. Im Vergleich zu vielen anderen Beschäftigungsmöglichkeiten ist das Mantrailing sehr gelenkschonend.
Vom kleinen Pinscher bis zur grossen Dogge kann jeder Hund Mantrailer werden!
Mantrailing kann bereits im Welpenalter spielerisch begonnen werden, aber auch Hunde älteren Semesters können immer noch einsteigen.
Gerade für ältere Hunde, die vielleicht ihr Leben lang im Hundesport aktiv waren, diesen aber aus körperlichen Gründen nicht mehr ausüben können, bietet das Mantrailing eine ideale Alternative, der Hund kann unter kontrollierten Bedingungen und sehr gelenkschonend ausgelastet werden.
Für welche Hunde ist Mantrail nicht geeignet?
Man kann Mantrail mit fast allen Hunden durchführen. Auch bei einer Herz Krankheit oder Kurznasen ist es möglich Mantrail zu auszuüben. Natürlich immer mit Rücksicht auf die Erkrankung. Je nach Erkrankung können kleine Trails möglich sein, bei Körperlichen Beschwerden ev. nur Trails welche auf ebener Fläche sind etc. Fragt da immer bei euerem Physiotherapeuten oder Tierarzt nach.
Vorsicht bei Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen sowie Akute Verletzungen/Rehabilitationsphase.

