Treppen steigen zu Diagnostischem Zweck:
Beweglichkeit und Gangbild: Treppensteigen fordert Rhythmus, Hebung des Fusses, Knie- und Hüftbeugung sowie eine stabile Sprunggelenksdorsalextension. Man sieht, wie glatt der Ablauf ist oder ob es zu Auffälligkeiten kommt (Stocken, Hüpfer, Seitneigen).
Kraftbewertung: Es testet die Kraft der Beinmuskulatur, besonders Quadrizeps, Gesässmuskulatur und Wadenmuskulatur, da diese beim Treppensteigen stark beansprucht werden.
Koordination und Gleichgewicht: Auf- und Abstieg erfordern Balance, Feinabstimmung der Bewegungen und Propriozeption. Probleme können auf eine Störung im Gleichgewichtssystem hinweisen.
Gelenkmechanik: Treppenzugänge zeigen, ob es Einschränkungen in der Gelenksbeweglichkeit (Knie, Hüfte, Sprunggelenk) gibt und ob sich diese über den Bewegungsumfang ändern.
Die Fähigkeit eines Hundes, Treppen zu steigen, hängt von Rasse, Alter, Grösse, Gesundheitszustand und Trainingab. Gesunde, ausgewachsene Hunde können Treppen in der Regel problemlos bewältigen, während Welpen, kleineHunde und Hunde mit Gelenkproblemen besondere Vorsicht benötigen. Ein schrittweises Training und geeignete Sicherheitsmaßnahmen sind entscheidend, um Verletzungen zu vermeiden.
Wann keine Treppen gehen:
- Akute Verletzungen oder Schwellungen in Bein, Rücken oder Hüfte
- Frakturen, Knochenbrüche oder operierte Gliedmassen in der Heilungsphase
- Frische Bandverletzungen (z. B. Bänderdehnung oder -riss)
- Schwere ausreichende Arthrose oder chronische Schmerzsyndrome mit akuter Verstärkung
- Zustand nach neurologischen Vorfällen (z. B. Schlaganfall, schwere Rückenmarkprobleme), bei denen Balance und Koordination beeinträchtigt sind
- Sehr ältere Hunde mit signifikanter Muskelschwäche, Instabilität oder hohem Sturzrisiko
- Herz-Kreislaufprobleme, die Belastung nicht gut tolerieren
- Probleme mit der Kondition oder Atemnot bei Belastung
- Nach Unfällen, wenn der Tierarzt/Physiotherapeut ausdrücklich Treppenverzicht empfohlen hat
- Natürlich ist es immer individuell und es gibt auch andere Beschwerden bei denen keine Treppen gegangen werden sollten.
Was du tun kannst:
- Verwende Rampen oder Teppich, um Treppen zu umgehen
- Halte den Hund an der Leine, unterstütze bei Bedarf am Hüft-/Rumpfbereich
- Starte mit kurzen, kontrollierten Gehstrecken und beobachte Schmerzzeichen, Lahmen, Vermeidungsverhalten
- Konsultiere bei Unsicherheit immer den Tierarzt oder Therapeuten deines Hundes

